Zeitung Digital: 300 Entscheider bei Kongress von BDZV und WAN-IFRA

BERLIN. „In den letzten zehn Jahren haben wir viel erreicht. In zehn Jahren werden wir aber erstaunt zurückblicken und die Medienlandschaft kaum wiedererkennen.“ Das sagte Jan Bayer, BDZV-Vizepräsident und Vorstand Bild- und Welt-Gruppe, Axel Springer SE, zum Auftakt der Zeitung Digital 2016 in Berlin. Auf Einladung des BDZV und des Weltverbands der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) diskutierten am 15. und 16. Juni 300 Digital-Entscheider mit internationalen Experten, wie Medienhäuser, aber auch Unternehmen anderer Branchen aktuell auf die digitalen Herausforderungen reagieren.

„Die drei größten Megatrends welche das Automobil und die Mobilität revolutionieren sind Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Urbanisierung“, machte Johann Jungwirth, Chief Digital Officer bei Volkswagen, in seiner Keynote deutlich. Für VW gebe es eine klare Zielrichtung: „Um diesen Wandel als Gewinner voranzutreiben werden wir uns von einem Hardware- zu einem integrierten Hardware-, Software- und Services-Unternehmen weiter entwickeln“, sagte Jungwirth. In seinem Vortrag skizzierte der VW-Manager eine nachhaltige Veränderung, der sich die Fach- und Führungskräfte sowie Digital-Experten der Medienhäuser bereits intensiv stellen.

Googles Senior Director für News und Social Products, Richard Gingras, vermittelte einen Eindruck der aktuellen Entwicklungen des Unternehmens aus Mountain View und wagte einen Blick in die Zukunft: „I am passionately optimistic about the future of news.“

Am zweiten Konferenztag führte Rüdiger Grube (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn) aus, wie die Digitalisierung Strategie und Prozesse des Unternehmens verändert. Bei der Zeitung Digital kündigte er unter anderem an: Bis Ende des Jahres soll es in den ICE-Zügen funktionierendes W-LAN geben, auch in der zweiten Klasse.

Zentrale Kongress-Themen waren außerdem Antworten auf die Fragen, wie die Medienhäuser Distributed Content nutzen, welche lokalen Strategien sich auszahlen und was Zeitungen für Millennials tun können.

Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Stephan Weichert (Hochschule Macromedia; Hamburg Media School) ging der Frage nach: Wie ticken Millennials? Er stellte erste Ergebnisse einer neuen BDZV-Studie über das Nutzungsverhalten und die Produkterwartungen der 18- bis 34-Jährigen vor. Zahlen und Erkenntnisse werden im BDZV-Jahbruch „Zeitungen 2016/17″ veröffentlicht, das Ende September erscheint.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bildeten „Lokale Märkte“: Ralf Ressmann (Director of Europe, Middle East and Africa, WAN-IFRA) präsentierte Ideen für das lokale Geschäft. Rune Ulvik (Leiter News Department von Bergensavisen in Norwegen) stellte die Digitalstrategie des norwegischen Verlagshauses vor, das besonders beim jungen Publikum erfolgreich ist.

Athan Stephanopoulos (Senior Vice President, NowThis) erläuterte, wie die Technologie relevante Themen in sozialen Netzwerken erkennt und der Redaktion so ermöglicht, kurzfristig passende Videos zu produzieren.

Bei einer Start-up-Session, moderiert von Katja Nettesheim (Founder & CEO _Mediate), traten vier junge Gründer mit ihren digitalen Geschäftsmodellen gegeneinander an; das Publikum wurde zur Jury. Am meisten überzeugen konnte Klaas Klasing von loclet: Mit der gleichnamigen kostenlosen App können Nutzer an jeder Ecke Rätsel entdecken, lösen und selbst platzieren.

Internationale Fallbeispiele bildeten den Abschluss der „Zeitung Digital 2016“: INMA-Chef Earl Wilkinson kennt die weltweite Veränderung in der Zeitungsindustrie wie kaum ein anderer – in Berlin stellte er spannende Trends und besonders erfolgreiche Verlagsideen vor.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Nadine Rosenkranz, Leitung Produktmanagement/Sales Marketing, sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, und Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der „Saarbrücker Zeitung“.

Juni 25th, 2016 by
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