YouTube als Bildungsquelle

Symbolfoto: pixabay

Essen (pte). Videoplattformen wie YouTube spielen für immer mehr Jugendliche beim Lernen eine Rolle. So ist die Google-Tochter YouTube mit einer Nutzung von 86 Prozent der Schüler und Berufsschüler zwischen zwölf und 19 Jahren eines ihrer digitalen Leitmedien, wie der Rat für Kulturelle Bildung http://rat-kulturelle-bildung.de in der Studie „Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung. Horizont 2019“ aufzeigt, für die deutschlandweit 818 Teens befragt wurden.

Mehr YouTube im Unterricht
Laut der Analyse zieht fast die Hälfte der YouTube nutzenden Schüler Erklärvideos für das schulische Lernen heran, beispielsweise für Hausaufgaben oder Prüfungen, aber auch für künstlerische Fächer wie Musik, Kunst, Theater oder für AGs wie Chor oder die Schulband. 60 Prozent der befragten YouTube-Nutzer wünscht sich im Unterricht daher auch eine kritische Auseinandersetzung mit YouTube-Videos.

„Dieses Medium darf man nicht ignorieren. YouTube ist primär kein pädagogisches Medium, aber es ist tatsächlich inzwischen ein weiteres, wichtiges Lern- und Bildungsmedium, das die Bildungslandschaft im Ganzen berührt und verändert. Es ändern sich die Übungsformen der Schüler und damit auch die Voraussetzungen von Unterricht insgesamt“, so Eckart Liebau, Vorsitzender des Expertenrates.

Für den Fachmann ergeben sich aus der verstärkten Nutzung von YouTube auch praktische Handlungsanweisungen für Bildungsinstitutionen. „Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden. Und man kann sich zur pädagogischen Eigenproduktion audiovisueller Medien anregen lassen“, ergänzt Liebau.

Reflexion und Einordnung wichtig
Diese Sicht spiegelt sich in der Umfrage wider. 52 Prozent der YouTube-Nutzer wünschen sich mehr Unterstützung seitens der Schule bei der Erstellung von Videos (Film/Schnitt/Beleuchtung). 56 Prozent glauben, dass die Bedeutung von YouTube in der Schule künftig zunehmen wird. „Die befragten Jugendlichen sind sich sehr klar über die Stärken, aber auch über die strukturellen Grenzen massenmedialer Vermittlung. Die Befunde appellieren an die der Schule eigenen Potenziale der gemeinsamen Reflexion und des Nachdenkens im generationsübergreifenden Zusammenhang“, sagt Benjamin Jörissen, Ratsmitglied und Lehrstuhlinhaber für Pädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Weitere Ergebnisse zeigen, dass die Jugendlichen sich nach eigener Einschätzung nicht nur von den Vorschlägen von YouTube leiten lassen (36 Prozent tun dies), sondern dass sie zu 53 Prozent mit einer gezielten Suche zu einem bestimmten Thema einsteigen. Bei der Auswahl von Videos greifen sie zu 91 Prozent auf Empfehlungen von Freunden zurück, zu 65 Prozent auf Influencer, zu 44 Prozent auf Tipps von der Familie; bei Tipps von Lehrern sind es 30 Prozent.

Juni 6th, 2019 by
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