Wer braucht noch Journalist/innen?

BERLIN (mdo). Wer braucht Nachrichten und wozu? Wer produziert Nachrichten und wozu? Medien und Medienmacher stehen wie nie zuvor unter Rechtfertigungszwang. Die Informationsflut aus journalistischen Inhalten, gezielt gestreuten „Fake News“ und PR wächst dank Internet und Digitalisierung immer weiter an.

Vereine wie der FC Bayern, Unternehmen wie Mercedes Benz oder Regierungsmitglieder wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer betreiben beispielsweise gleich selbst ganze Medienabteilungen und Newsrooms, um positive Nachrichten mit dem jeweils eigenen Spin zu verbreiten.

Welche Rolle spielen bei dieser Gemengelage heute Journalist/innen, gibt es weiterhin eine klar umrissene Aufgabe für Redaktion und Verlag? Das ist nur eine der Fragen, die der BDZV und der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) bei ihrem Special „Nachrichten selbstgemacht – Wer braucht noch Journalist/innen?“ am 24. Oktober 2019 anlässlich der Medientage München in den Mittelpunkt rücken wollen.

Hinzu kommt, dass in Deutschland die Berufsbezeichnung „Journalist“ aus historischen Gründen nicht geschützt ist. Jede und jeder darf behaupten, journalistisch tätig zu sein. Und dies bei einem Publikum, das sich in Teilen lautstark verbittet, mit Stilformen wie Meinung, Kommentar, Satire behelligt zu werden. Muss sich womöglich Journalismus als Beruf ändern, wenn er seine Relevanz für die demokratisch verfasste Gesellschaft in Deutschland erhalten will? Oder muss sich die Gesellschaft ändern?

Gute Aussichten für eine streitige Debatte mit Dr. Franziska Augstein, Journalistin, München, die auch den einleitenden Impulsvortrag hält; Marco Fenske, Chefredakteur und Geschäftsführer RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), Hannover; Carline Mohr, Leiterin digitale Kanäle Willy-Brandt-Haus, Berlin; sowie Prof. Dr. Frank Überall, Vorsitzender Deutscher Journalistenverband (DJV), Köln. Die Moderation übernimmt Dr. Uwe Vorkötter, Chefredakteur „Horizont“, Frankfurt am Main.

Oktober 19th, 2019 by
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