Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder

WIEN (oh). Virtuelle Realität in Verbindung mit 360°-Videos wird das Filmemachen in den nächsten Jahren verändern. Für Bewegtbildproduktionen ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten und Herausforderungen bei Formatentwicklung, Produktion und Storytelling.

Die Forschungsgruppe Media Creation des Instituts für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten erforscht und entwickelt die Technik zu dieser neuen Welt des Films und präsentierte die Arbeiten beim Media Innovation Day 2016 in Wien.

Bei der Kombination einer VR-Brille mit einem 360°-Video werden ZuseherInnen Teil einer virtuellen Welt und können selbst entscheiden, aus welchem Blickwinkel sie ein Video betrachten. Im Zuge mehrerer Projekte testen und entwickeln ForscherInnen und Studierende der FH St. Pölten die neue Technik. „Verstärkt durch ein multisensorisches Erlebnis ruft diese Technik bei Nutzerinnen und Nutzern intensive Emotion und Empathie hervor und fördert ein direktes sinnliches Erleben“, sagt Rosa von Suess, Leiterin der Forschungsgruppe Media Creation am Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

Um die neue Welt der Bewegtbilder zu testen, hat die Forschungsgruppe Media Creation gemeinsam mit Studierenden ein sogenanntes Alternate Reality Game (ARG) für Kinder entwickelt, ein Spiel, das gleichzeitig in mehreren Medien, in sozialen Medien und in der Realität gespielt wird.

 Kern des Spiels ist eine detektivische Aufgabe für die SpielerInnen. Diese suchen in Kleingruppen nach Hinweisen, die auf zahlreiche Plattformen und Medien (online und offline) verteilt wurden. Dabei stoßen die Kinder in der digitalen Welt auf die Figuren aus einem Kinderbuch, die „transmedial“ zum Leben erweckt werden. Neben klassischen Medien und analogen Fundstücken kommen Social Media, Online-Videos, 3D-Virtual-Reality und 360°-Videos für mobile Geräte zum Einsatz.



Aufbau von Medienkompetenz


„Das Spiel sucht nach Wegen, mit denen sich ein Kinderbuch transmedial, also mittels verschiedener Medien, so erweitern und erzählen lässt, dass die Spielerfahrungen Spaß machen, abseits stereotypischer Rollen erlebt werden, der Mehrwert auf kollektiven Lösungen statt einzelner Highscore-Leistungen gesetzt wird und die Medienkompetenz der Kinder teamorientiert aufgebaut wird“, sagt von Suess.

„Der transmediale Kosmos des Spiels bestehend aus haptischen Gegenständen, digitalen und analogen Medien und bildet den Rahmen für eine transmediale Spielwelt, in welcher bewusst die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Besonderes Augenmerk kommt dabei transmedialen Erzählstrategien zu, in denen – im Unterschied zur crossmedialen Vermarktung – Geschichten nicht bloß von einem Medium in ein anderes transformiert, sondern plattformübergreifend erzählt werden“, ergänzt Jennifer Biechele, Junior Researcher der Forschungsgruppe Media Creation, die das Projekt zum Spiel leitet.



Echter und virtueller Raum

Für die Produktion des 360°-Videos konstruierten Studierende des Bachelorstudiums Medientechnik unter Anleitung der Forschungsgruppe Media Creation eigens einen real begehbaren Raum aus Karton, der im Spiel mittels eines Virtual-Reality-Headsets (einem Head-Mounted-Display) oder einem Smartphone in Kombination mit einer geeigneten Halterung als virtueller 360° Raum erlebbar ist.

Oktober 9th, 2016 by
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