„Sprache ist nicht sekundär“

BONN (idw). Roland Kaehlbrandt, Sprachwissenschaftler und Sprachförderer, wurde in der vergangenen Senatssitzung von Prorektor Horst Philipp Bauer zum Honorarprofessor für Sprache und Gesellschaft am Institut für philosophische und ästhetische Bildung ernannt.

 

er Sprachwissenschaftler Roland Kaehlbrandt (rechts) wurde von Prorektor Horst Philipp Bauer zum Honorarprofessor für Sprache und Gesellschaft an der Alanus Hochschule ernannt. Foto: idw

Der Sprachwissenschaftler Roland Kaehlbrandt (rechts) wurde von Prorektor Horst Philipp Bauer zum Honorarprofessor für Sprache und Gesellschaft an der Alanus Hochschule ernannt. Foto: idw

Im Hauptberuf ist Kaehlbrandt Stiftungsmanager mit Schwerpunkt sprachliche Bildung. Er war in leitenden Funktionen in der Bertelsmann Stiftung und in der Hertie-Stiftung tätig. „Roland Kaehlbrandt ist mit seiner ausgewiesenen Expertise und Fachkenntnis sowie seiner reichen Berufserfahrung ein großer Gewinn für die Alanus Hochschule“, so Rektor Marcelo da Veiga.

„Sprache ist nicht sekundär“, so Kaehlbrandt zu seinem Lehrgebiet. „Sie ist prägend. Sprache ist immer in gesellschaftlicher Aktion, in einem faszinierenden Doppelcharakter: beschreibend und beeinflussend. Deshalb sind Sprachkenntnis, Sprachbewusstsein, Sprachkritik und Sprachpflege so wichtig. Ich freue mich sehr auf einen anregenden Kontakt zu den Studierenden an der Alanus Hochschule. Denn sprachlich bringt die junge Generation gerade sehr viel in Bewegung.“

Nach einem Studium der romanischen und germanischen Philologie und der Völkerkunde in Köln und Paris wurde Kaehlbrandt an der Universität zu Köln mit einer linguistischen Arbeit promoviert. Es folgten Lehrtätigkeiten als Lektor für deutsche Sprache an der Sorbonne Paris, als Lehrbeauftragter für Stilistik an der Universität Dortmund sowie als Leiter des Studiengangs Stiftungsmanagement an der European Business School in Oestrich-Winkel. 

Seit 2008 ist er Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Der Fokus seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit liegt auf den vielfältigen Beziehungen zwischen Sprache und Gesellschaft. Sprachgeschichte, Sprachkritik, Sprache und Zeitgeist und Sprachpflege sind seine Kerngebiete. Seine jüngste Veröffentlichung, das stark beachtete „Logbuch Deutsch – wie wir sprechen, wie wir schreiben“, ist ein Lob der Fähigkeiten der deutschen Sprache und eine kritische Bestandaufnahme des Gebrauchs, den die Sprachgemeinschaft von ihr macht. Als Stiftungsmanager brachte Kaehlbrandt mehrere große Sprachprojekte auf den Weg und verbreitete sie, so den DeutschSommer für Zuwandererkinder, den Bundeswettbewerb Jugend debattiert und den Großen Diktatwettbewerb.

Das erste Blockseminar des neuen Honorarprofessors wird sich mit dem Thema „Sprache in bewegter Gesellschaft“ befassen. Damit der praktische Teil nicht zu kurz kommt, wird im Rahmen des Seminars am 30. September um 20 Uhr Werner D’Inka, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zu einem Praxisgespräch über die Zukunft des Journalismus am Campus II der Alanus Hochschule erwartet. Am 1. Oktober diskutiert Kaehlbrandt dann mit Barbara Friedrich, Pfarrerin der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau, ab 17.30 Uhr über das „Predigen in entzauberter Welt“. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Über die Alanus Hochschule

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft ist eine staatlich anerkannte Kunsthochschule in Alfter bei Bonn. Wichtiger Teil des Konzepts der Hochschule ist die Begegnung von Kunst und Wissenschaft. Sie vereinigt unter ihrem Dach Studiengänge aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Schauspiel, Eurythmie, Kunsttherapie, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre. Der Blick über den Tellerrand des eigenen Studienfachs ist ein wesentlicher Teil des Bildungskonzepts der Alanus Hochschule. Alle Studenten besuchen das fach- und jahrgangsübergreifende „Studium Generale“. Zu den konkreten Disziplinen des kulturwissenschaftlichen Ergänzungsstudiums gehören unter anderem Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Philosophie- und Kulturgeschichte sowie Kunstwissenschaft. Zurzeit sind rund 1500 Studenten eingeschrieben, die von etwa 70 Professoren betreut werden. Alle Abschlüsse der Alanus Hochschule sind staatlich anerkannt.

September 25th, 2016 by
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