Gewerkschaften verkennen Situation der Verlage

BERLIN (mdo) „Die Gewerkschaften verkennen vollkommen die Situation der Verlage.“ Das sagte der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf,  in Berlin zu den Gehaltsvorstellungen des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), der bei seiner Verbandstagung in Würzburg 4,5 Prozent mehr Einkommen für die angestellten und freien Journalisten an Tageszeitungen gefordert hatte.

Es müsse, so Wallraf, angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen für Pressemedien in Deutschland auch der Arbeitnehmerseite klar sein, dass diese Forderung weit über den Möglichkeiten der Verlagsunternehmen liege.

Im Vorfeld der Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für Journalistinnen und Journalisten forderte der DJV darüber hinaus, Volontärsgehälter und Einstiegsvergütungen überproportional anzuheben. „Damit signalisiert die Gewerkschaft, dass unser tradiertes Tarifgefüge in sich nicht mehr stimmt und den aktuellen Verhältnissen in den Redaktionen angepasst werden muss“, führte Wallraf weiter aus. Er betrachte dies als Auftrag für die kommende Verhandlungsrunde, das Tarifgefüge einer Überprüfung zu unterziehen.

November 11th, 2017 by
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