Forschungsarbeit zu Startups in Medien

 

Kommunikationswissenschaftler Dr. Christopher Buschow. Foto: Hauke Christian Dittrich


HANNOVER (idw). Für seine Dissertation zu Neugründungen und Start-ups im Journalismus ist  Kommunikationswissenschaftler Dr. Christopher Buschow mit einem zweiten Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften des Deutschen Studienpreises 2017 ausgezeichnet worden.

Die Jury hob neben der fachlichen Exzellenz seiner Dissertation, die er bis 2016 an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) verfasste, vor allem die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas hervor.

Buschow hatte sich in seiner Dissertation „Die Neuordnung des Journalismus“ (erschienen bei Springer VS) mit jüngst gegründeten Medien-Start-ups befasst und untersucht, inwiefern sie jenseits der etablierten Medienstrukturen einen Ausweg aus der Krise des Journalismus weisen können. Die Ergebnisse seiner empirischen Forschung fallen indes ernüchternd aus: Statt zukunftsweisende Finanzierungsmodelle zu entwickeln, beschleunigten Neugründungen – von ihren Gründern unbeabsichtigt und als Folge der derzeitigen Marktbedingungen – die Entstehung eines journalistischen Prekariats.

Die Organisationsstrukturen und Anstellungsverhältnisse in manchen Start-ups erinnerten frappierend an die US-amerikanischen Plattformen Uber und Airbnb. Da in Neugründungen wirtschaftliche und journalistische Tätigkeiten teils nicht mehr scharf getrennt seien, könne zudem die Qualität der journalistischen Berichterstattung gefährdet werden, so Buschow. Diese wird seines Erachtens auch dadurch bedroht, dass Journalistinnen und Journalisten zunehmend verstreut und eigenverantwortlich arbeiten und vermehrt nicht mehr in bewährte Redaktionsstrukturen eingebunden sind, die einen finanziellen und rechtlichen Schutzschirm aufspannen.

Buschow, der seine Forschung in Bezug auf die Innovationskraft der jungen Medienunternehmen ursprünglich optimistisch gestartet hatte, sieht trotz der zunächst negativen Bilanz seiner Forschung zahlreiche Potenziale. „Gründerinnen und Gründer im Journalismus starten mit viel Optimismus, tatkräftigem Elan und großer Leidenschaft für den Journalismus – wir sollten sie gezielt fördern und ihre Finanzierungs- und Gründungsbedingungen verbessern, damit Start-ups zu Experimentierräumen eines neuen Journalismus werden können“, so der Kommunikationswissenschaftler.

Christopher Buschow, der am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der HMTMH tätig ist, forscht und lehrt zu Unternehmertum in den Medien. Er ist Mitinitiator des „Media Entrepreneurship“-Programms, in dem seit 2013 mehr als 125 Studierende in der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle unterstützt wurden: www.mediaentrepreneurship.de

August 1st, 2017 by
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