Category: Medien

Juli 20th, 2019 by mirkoluis

MAINZ (mdo). Das Ringen um guten Nachwuchs wird zu einer zentralen Herausforderung für moderne Medienunternehmen. Chefredaktionen und Leitungen von Journalistenschulen wünschen sich mehr Vielfalt. Programme, die Vielfalt fördern, existieren nur vereinzelt.

Die Medienbranche muss den digitalen Strukturwandel meistern und attraktiv bleiben für den journalistischen Nachwuchs. Die Suche nach Talenten ist komplizierter geworden. Redaktionen konkurrieren mit Tech-Firmen, zugleich wollen sie vielfältiger werden. Mehr Migranten, mehr Frauen, weniger Ober- und Mittelschichtkinder – Chefredaktionen und Journalistenschulen wünschen sich eine buntere soziale Struktur. Konkrete Förderprogramme dafür gibt es bisher aber nur vereinzelt. Das ist das Ergebnis einer qualitativen Studie, die ein Team des Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford und des Journalistischen Seminars der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt hat. Unterstützt wurde das Projekt von der Deutsche Telekom Stiftung im Kontext ihres Engagements für den Qualitätsjournalismus. Die Stiftung vergibt jedes Jahr den Medienpreis Bildungsjournalismus.

Für die Studie “Are Journalists Today’s Coal Miners? The Struggle for Talent and Diversity in Modern Newsrooms – A Study on Journalists in Germany, Sweden, and the United Kingdom” hat ein Forschungsteam um Dr. Alexandra Borchardt (Oxford) und Prof. Dr. Tanjev Schultz (Mainz) Leitfadeninterviews mit 18 Chefredaktionen sowie leitenden Redakteurinnen und Redakteuren führender Medien in Deutschland, Schweden und Großbritannien geführt. Hinzu kamen Gespräche mit zehn Leitungen wichtiger Journalistenschulen sowie Befragungen von Studierenden und Journalistenschülern.

Demnach ist für viele junge Menschen der Journalismus noch immer ein Traumjob. Es gibt jedoch auch Bedenken wegen der vielen Unsicherheiten in der Medienbranche, und der Nachwuchs wird anspruchsvoller, wenn es um seine Freiheit und die Work-Life-Balance geht. „Viele junge Leute wollen zwar flexibel arbeiten, aber zu ihren eigenen Bedingungen. In Redaktionen, die ständige Einsatzbereitschaft verlangen, kann das zum Problem werden“, sagt Tanjev Schultz.

Vor allem außerhalb der großen Städte wird es für Medienunternehmen schwieriger, hochqualifizierten Nachwuchs anzulocken und zu halten. Außerdem gelingt es bisher nur in Ansätzen, die soziale Vielfalt in den Redaktionen zu steigern. Unzureichende sprachliche Fähigkeiten gelten vor allem in Schweden und Deutschland als Hindernis, mehr Einwanderer und Angehörige ethnischer Minderheiten einzustellen. Dazu kommt, dass in manchen Milieus eine Karriere im Journalismus nicht als prestigeträchtig erscheint.

Wollen die Redaktionen mehr Vielfalt erlangen, müssen sie aktiver werden und zielgerichtet auf entsprechende Gruppen zugehen. „Es funktioniert nicht, das Medienhaus per Imagekampagne als angesagten Arbeitgeber zu verkaufen, wenn die Redaktionskultur nicht dazu passt. Es kommt darauf an, Vielfalt zuzulassen und entsprechend zu führen”, sagt Alexandra Borchardt.

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Juli 20th, 2019 by mirkoluis

BERLIN (mdo). Dr. Jochen Kalka, der langjährige Chefredakteur von „W&V“, „Kontakter“, „Lead“ und deren Online-Auftritten, und der zur Mediengruppe des Süddeutschen Verlags gehörende Verlag Werben und Verkaufen trennen sich in freundschaftlichem Einvernehmen.

Dies habe das Unternehmen mitgeteilt, berichtet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf seiner Website. Zur neuen Führung um Chefredakteur Holger Schellkopf gehören Verena Gründel, Stefan Lara Torres und Rolf Schröter als Mitglieder der Chefredaktion.

1992 begann Kalka sein Volontariat bei „W&V“, 1996 ging er, verantwortlich für Presse und Kundenmagazin, zum Softwarekonzern BIW. Bei Burda Medien war er anschließend Pressereferent, bis er 1999 wieder zu „W&V“ zurückkehrte. Dort war er erst Ressortleiter und ist seit 2000 Chefredakteur für „Media & Marketing“, später zudem für „Marketingjournal“, ab 2006 für Titel wie „W&V“, „Kontakter“, „W&V Media“ oder „W&V Praxis“. Er war an Gründungen wie „Touchpoint“ oder dem internationalen interaktiven iPad-Magazin „Junction“ maßgeblich beteiligt, ebenso bei der Entwicklung von „Lead Digital“, dem Vorläufer von „Lead“. In den kommenden Monaten wolle er sich beruflich neu orientieren, erklärte Kalka, der Branche wolle er aber treu bleiben.

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Juli 12th, 2019 by mirkoluis

Symbolfoto: pixabay

BERLIN (mdo). Lokale Themen und Ereignisse spielen für die Menschen in Deutschland im Zeitalter der Globalisierung eine zentrale Rolle. Über 84 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren zeigen ein Informationsinteresse für das Geschehen am Ort, bei den Anzeigenblattlesern (LpA) ist dieses Interesse mit über 90 Prozent außerordentlich stark ausgeprägt, so der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) in einer aktuellen Pressemitteilung.

Jeder zweite Leser (49,9 Prozent) interessiert sich sogar besonders für lokale Ereignisse, im Vergleich zu 39,9 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Dies geht aus der aktuellen Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, die jetzt in Hamburg vorgestellt wurde.

Die Relevanz des Lokalen spiegelt sich auch in der Nutzung kostenloser Anzeigenblätter wider: Laut AWA lesen durchschnittlich 73,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren die kostenlosen Wochenblätter (Weitester Leserkreis); das sind 52 Millionen Menschen. Über 48 Prozent der Bevölkerung gehören zu den Lesern pro Ausgabe (LpA) – damit erreichen Anzeigenblätter mit einer Ausgabe im Durchschnitt über 34 Millionen Menschen.

„Berichte über Ehrenamt und Vereine, Veranstaltungstipps und Beiträge zur Kommunalpolitik machen das Anzeigenblatt für viele Bürgerinnen und Bürger zu einem wichtigen Begleiter und Ratgeber für den Nahbereich. Gleichzeitig bietet der lokale Journalismus ein wertvolles und interessantes Umfeld für Werbetreibende aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen“, sagte der stellvertretende BVDA-Geschäftsführer Sebastian Schaeffer.

Schließlich sind der Nahbereich und die Region auch in den Konsumwelten fest verankert. Was vor einigen Jahren als Trend in der Nische begann, ist jetzt ein fester Bestandteil im Einkaufsverhalten vieler Menschen. Mit 51,2 Prozent bevorzugt mehr als die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren beim Einkauf Produkte aus der Heimat – das sind über 36 Millionen. Bei den Lesern von Anzeigenblättern sind die lokalen Erzeugnisse besonders begehrt: Für 59,2 Prozent (LpA) steht Regionales ganz oben auf dem Einkaufszettel.

Insgesamt steht Shopping bei den Anzeigenblattlesern (LpA) höher im Kurs als in der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren: Fast jeder Dritte (30,6 Prozent LpA) geht in seiner Freizeit häufig einkaufen. Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind gegeben: So beurteilt mehr als die Hälfte der Leser (56,1 Prozent LpA) die eigene wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut; in der Gesamtbevölkerung sind es 53,1 Prozent.

Deutschlandweit gibt es 400 Verlage, die insgesamt 1267 Anzeigenblatt-Titel herausgeben. Dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter gehören 207 Verlage mit insgesamt 884 Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren an. Damit repräsentiert der BVDA über 76 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter.

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Juli 7th, 2019 by mirkoluis

Foto: pixabay

KÖLN/WEIMAR (mdo). Frei nach dem Motto „Money for nothing and content for free“ werden tagesaktuelle Informationen ebenso wie aufwändig recherchierte Reportagen im Digitalen vornehmlich kostenfrei konsumiert.

Wie können sich journalistische Angebote also nachhaltig finanzieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich das aktuelle Forschungsprojekt der Landesanstalt für Medien NRW, das gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern der Universität zu Köln und der Bauhaus-Universität Weimar vorgestellt wurde. Die Ergebnisse im Überblick:

Plattformen als Zukunftsmodell
Nutzerinnen und Nutzer wünschen sich einen „One-Stop-Shop“, bei dem sie – ähnlich wie bei Netflix oder Spotify – auf sämtliche Inhalte zugreifen können, ohne zwischen Anbietern zu wechseln. Redaktionen bündeln so Ressourcen und Kräfte, und auch Nischenanbieter finden ihre Zielgruppe. Die Zahlungsbereitschaft beläuft sich auf etwa zehn Euro pro Monat.

Gute Inhalte, gute Auffindbarkeit, gute Betreuung
Befragte fühlen sich durch die extreme Masse an Informationen im Digitalen überfordert. Sie wünschen sich daher eine individuelle Aufbereitung der Inhalte – abgestimmt auf ihre Bedürfnisse und ansprechend dargestellt. Dabei lohnt sich die Investition in Moderation. Auch der raue Ton und die unsachlichen Debatten auf News-Seiten stoßen Nutzerinnen und Nutzer ab.

Den Mehrwert sichtbar machen
Leserinnen und Leser zahlen nicht für „reine Informationen“. Daher sollten Redaktionen den sogenannten Nutzerwertjournalismus in ihrem Angebot stärken. Für seriöse Ratgeber und Hilfsangebote besteht durchaus eine Zahlungsbereitschaft, da der Mehrwert des Angebots ganz unmittelbar erkannt wird. Damit schaffen Redaktionen außerdem exklusive Inhalte und sind weniger kopierbar.

Werbequalität erhöhen, Werbefreiheit anbieten
Aufdringliche Werbung nervt. Nutzerinnen und Nutzer wünschen sich eine bessere Personalisierung der Werbung und attraktivere Formate. Außerdem besteht im werbefreien Angebot eine Möglichkeit der Preisdifferenzierung für zahlungspflichtige Angebote – Leserinnen und Leser sind bereit, für Werbefreiheit zu zahlen.

Gedruckter Journalismus ist Türöffner und Identitätsstifter
Das Printprodukt überzeugt nach wie vor. Zum Markteintritt oder zur Stärkung der Markenidentität kann sich die Investition in Printversionen lohnen. Denn Befragte schätzen die kompakte Bündelung der Inhalte und das Gefühl, ein wertiges Produkt in den Händen zu halten. Die Zahlungsbereitschaft ist hier nach wie vor wesentlich höher, und die Empfehlung lautet daher: Best-of-Inhalte auskoppeln und zusätzlich als Printprodukt vertreiben.

Über die Studie
Im Rahmen der Nutzerstudie wurde sowohl quantitativ (mit 6.017 Teilnehmenden, repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung) als auch qualitativ (mit 55 Personen in acht Gruppen) erhoben, für welche digitaljournalistischen Inhalte Nutzerinnen und Nutzer zahlungsbereit sind. Die Tendenz der Ergebnisse überrascht wenig: Über 75 Prozent der Befragten geben an, dass es die Grundidee des Internets sei, Informationen über kostenlose Wege zu verbreiten. Entsprechend gering ist auch die Zahlungsbereitschaft für digitaljournalistische Inhalte.
Die Befragten gaben aber beispielsweise an, für ein Plattform-Modell, bei dem die journalistischen Inhalte personalisiert und kuratiert sind, zahlungsbereit zu sein.

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Juli 7th, 2019 by mirkoluis

MAGDEBURG (mdo). Mit der Vertiefung „Internationale Konflikte“ im Master-Studiengang Journalismus bietet die Hochschule Magdeburg-Stendal ab Wintersemester 2019/2020 ein neues Profil an, das gezielt auf die Berichterstattung über Konflikte und Kriege, globale Akteure und Konfliktlösungen, Rüstungsdynamik und die humanitären Folgen vorbereitet.

Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt, nach der Regelstudienzeit von vier Semestern schließen Absolventen uns Absolventinnen mit dem Master of Arts ab. Bewerbungsschluss für das kommende Wintersemester ist am 15. September.

„Journalistische Qualifikation allein reicht nicht, es braucht auch fundiertes Fachwissen, um über Entwicklungen in diesem hoch relevanten Gebiet kompetent berichten zu können“, sagt Professorin Elke Grittmann, Leiterin des Studiengangs. „Der Studiengang verzahnt beides.“ Deutschland ist nicht nur ein wichtiger Akteur in internationalen Organisationen und Prozessen der Konfliktlösung und Friedenssicherung, die Bundesrepublik ist auch militärisch in internationale Konflikte involviert. „Wir bieten einen der wenigen Studiengänge, die gerade im Bereich der Militärpolitik und Rüstungskontrolle zu einer kritischen und fundierten Berichterstattung qualifizieren“, versichert Eric Chauvistré, Professor am Institut für Journalismus und erfahren in der Kriegs- und Krisenberichterstattung.

Im Fokus steht der kompetente Umgang mit Quellen und Akteuren bei der Berichterstattung über internationale Konflikte und Entscheidungsprozesse. Vorlesungen und Seminare zu internationalen Organisationen der Konfliktlösung und Friedenssicherung, zur Rüstungskontrolle aber auch Entwicklungen in Postkonfliktgesellschaften sind ein weiteres zentrales Element.

Darüber hinaus werden Kompetenzen für die journalistische Praxis vermittelt: von der Recherche über die multimediale Produktion bis zur Moderation in den hauseigenen TV-und Hörfunk-Studios. Hinzu kommen praxisnahe Lehrredaktionen sowie Exkursionen und redaktionelle Praktika.

Die neue Vertiefungsrichtung kann in dem von Grund auf überarbeiteten Master-Studiengang Journalismus alternativ zur Vertiefungsrichtung „Soziales und Gesundheit“ studiert werden, die auf die Berichterstattung über Sozialpolitik sowie Sozial- und Gesundheitssystem vorbereitet.

Besonders geeignet ist der Masterstudiengang für Absolventinnen und Absolventen von Bachelor-Studiengängen an Universitäten und Fachhochschulen in Journalismus/Journalistik, Kommunikations , Politik- oder Sozialwissenschaft, die Interesse am Thema der Vertiefungsrichtung mitbringen.

Kontakt für Nachfragen:
Prof. Dr. Elke Grittmann
Studiengangsleitung Master Journalismus
Institut für Journalismus, Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien
Hochschule Magdeburg-Stendal
E-Mail: elke.grittmann@h2.de

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Juli 7th, 2019 by mirkoluis

Foto: Jugendpresse Deutschland / S.Kemper

BERLIN (mdo). Eine Schülerzeitung für alle – das ist der Redaktion der „1. Schülerzeitung“ des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) St. Michael in Waldkirch (Baden-Württemberg) gelungen. Das Angebot erscheint gedruckt, in Punktschrift (Braille) sowie digital mit vielfältigen Anwendungshilfen für Sehbehinderte und Blinde und zeigt in herausragender Weise, wie Kinder und Jugendliche die vielfältigen Möglichkeiten moderner Medien innovativ einsetzen und in praktische Inklusion umsetzen.

Dafür hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) die Redaktion bei der Preisverleihung des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Die Würdigung unter dem Motto „Ideen. Umsetzen. – Der Innovationspreis für Schülerzeitungen“ wurde vom BDZV als Hauptpartner des Wettbewerbs gestiftet.

Zur Feier im Bundesrat in Berlin hatte der amtierende Bundesratspräsident Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, alle Preisträger und Partner der von der Jugendpresse Deutschland organisierten Veranstaltung empfangen. Preise wurden in zehn Sonderkategorien und sechs Schulkategorien vergeben; hinzu kam eine Auszeichnung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Insgesamt 37 Redaktionen wurden aus 1900 Einsendungen als preiswürdig ausgewählt. Neben der Reise zur Preisverleihung und zum Schülerzeitungskongress nach Berlin erhalten die Gewinner Preisgelder zwischen 250 und 1000 Euro.

Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des BDZV, der auch die Laudatio auf die Redaktion des SBBZ St. Michael hielt, erklärte zum Engagement der Zeitungsverleger: „Schülerzeitungen sind das Sprachrohr der Schülerinnen und Schüler. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die demokratische Schulkultur. Die jungen Redakteure und Redakteurinnen vermitteln den kompetenten Umgang mit Nachrichten und auch mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Kreativität und das Engagement sind beeindruckend, und es ist dem BDZV ein besonderes Anliegen, diesen Einsatz der Schüler und der betreuenden Lehrkräfte zu würdigen.“

Weitere Laudatoren waren unter anderen Jochen Arntz, Chefredakteur der „Berliner Zeitung“; Jan Drebes, Parlamentskorrespondent der „Rheinischen Post“; Henry Lohmar, Stellvertretender Chefredakteur der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“; Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber des „Tagesspiegels“; Stefan Dammann, Abteilungsleiter beim „Weser-Kurier“; und Sven Gösmann, Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur.

Der Schülerzeitungswettbewerb der Länder unter dem Titel „Kein Blatt vorm Mund“ wird seit 2004 von der Jugendpresse Deutschland und den Ländern der Bundesrepublik Deutschland veranstaltet und von der Kultusministerkonferenz empfohlen. Hauptpartner ist seit 2017 der BDZV. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Wettbewerb.


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Juli 7th, 2019 by mirkoluis

BERLIN (mdo). Der Publizist und frühere „Stern“-Chefredakteur Michael Jürgs ist nach langer Krankheit in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli im Alter von 74 Jahren gestorben. Das berichtet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger.

Erst Ende Juni war Jürgs mit dem Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen (TWP) für sein Lebenswerk geehrt worden. Zu deren Verleihung in Berlin konnte er aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr anreisen. Nikolaus Blome, Stellvertretender Chefredakteur Bild/bild.de und diesjähriger Vorsitzender der TWP-Jury, erklärte in einem Statement zum Tod Michael Jürgs‘: „Michael Jürgs war ein leidenschaftlicher Journalist und ein unerschrockener Publizist, ein weitblickender Begutachter unserer Branche und unseres Landes. Seine kluge, funkelnde Streitlust wird gerade in diesen Zeiten schmerzlich fehlen. Ich bin froh, dass wir ihm den Theodor-Wolff-Preis für sein großartiges Lebenswerk noch verleihen konnten.“

Jürgs, am 4. Mai 1945 in Ellwangen geboren, begann seine journalistische Karriere 1965 bei der Münchner „Abendzeitung“, als Volontär mit abgebrochenem Studium. Drei Jahre später, im Alter von 23 Jahren wurde er kurzzeitig Feuilletonchef des Blattes. 1976 wechselte er als Ressortleiter Unterhaltung zum Magazin „Stern“ in Hamburg und stieg zum Chefredakteur auf (1986 bis 1990). Er war anschließend als Chefredakteur des Magazins „Tempo“ sowie kurzzeitig als Co-Moderator der NDR-„Talk Show“ tätig, bevor er sich ganz eigenen Publikationen widmete. Einen Namen machte sich Jürgs auch durch etliche Bücher, darunter Biografien über die Schauspielerin Romy Schneider, den Verleger Axel Springer und den Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. 2015 ging er in einer Art Rundgang an 25 Orten der Frage nach: „Wer wir waren, wer wir sind – Wie Deutsche ihre Geschichte erleben.“

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Juni 30th, 2019 by mirkoluis

Foto: BDZV / Anikka Bauer

BERLIN (mdo). Die Träger des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis 2019 (TWP) stehen fest. Wenige Stunden vor Beginn der Festveranstaltung im Berliner Radialsystem V entschied sich die Jury für diese mit jeweils 6.000 Euro dotierten, herausragenden Beiträge:

Den Preis in der Kategorie Meinung überregional erhält Daniel Schulz (taz – die tageszeitung, Berlin) für „Wir waren wie Brüder“. Die Geschichte des Autors über sein Aufwachsen in Ostdeutschland und die teils tief verankerten rechten Strukturen in der Gesellschaft sei „ein relevanter, tiefgründiger archäologischer Text unserer Zeit“, befand die Jury.

In der Kategorie Meinung lokal geht die Würdigung an Gregor Peter Schmitz (Augsburger Allgemeine) für „Heimat-Schutz“. Aus Sicht der Jury hat der Autor das Stadt-Land-Gefälle und die daraus entstehenden Vorurteile anschaulich geschildert und sich „zum Anwalt der Menschen in der Provinz gemacht“.

In der Kategorie Reportag lokal entschied sich die Jury für Maris Hubschmid (Der Tagesspiegel) und ihre Reportage „Bis zum letzten Tropfen“. Hubschmid erhält den Preis für ihre „ebenso empathisch wie stilistisch vorzüglich erzählte Geschichte“ über ein Heim für alkoholkranke Männer in Berlin.

Siegreich in der Kategorie Reportage überregional ist **Marius Buhl **(SZ-Magazin, München) für „Bis zum Letzten“. Der Autor habe durch seine Beschäftigung mit den langsamsten und letzten Mitläufern eines Marathons „die Perspektive genial umgedreht“, so die Jury.

Preisträger beim Jury-Thema des Jahres „Welt im Umbruch – Demokratie in Gefahr?“ ist Andrian Kreye (Süddeutsche Zeitung, München) für „Berührungspunkte“. Der Jury gefiel besonders der betont unaufgeregte und damit untypische Zugriff auf das Thema Künstliche Intelligenz.

Michael Jürgs: „Den Feinden der Demokratie ist zu begegnen mit aller Macht“
Den Theodor-Wolff-Preis für das Lebenswerk nicht selbst entgegen nehmen konnte der schwer erkrankte Journalist Michael Jürgs. Er musste die Teilnahme kurzfristig absagen und schrieb in seinen von BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner verlesenen Dankesworten: „Ich hätte Sie alle, euch alle, gern noch mal gesehen. Ging leider nicht.“ Zugleich fordert Jürgs Aktion ein: „Die Umschreibung unseres geliebten Berufes als vierte Macht war mir stets zu martialisch. Jetzt aber, in Zeiten, da Barbaren unsere Zivilgesellschaft attackieren und vor Mord nicht zurückschrecken, ist es der passende Begriff. Den Feinden der Demokratie, auf der Straße oder im Netz, ist zu begegnen mit aller Macht des Staates, aber auch mit unseren eigenen Waffen – Wörtern und Worten. Die werden gelesen. Analog wie digital. Lokal wie regional wie überregional. Wir sind Volkes Stimme. Nicht die anderen. Und wir sind die Mehrheit.“

Jürgs‘ Studienkollege und Freund seit 56 Jahren, Prof. Dr. Michael Naumann, erster Kulturstaatsminister in Deutschland und heute Gründungsdirektor und Geschäftsführer der Barenboim-Said-Akademie Berlin, würdigte in seiner Laudatio den faszinierenden, bunten Lebensweg des „Ur-Journalisten“. Seinerzeit „Wunderkind des AZ-Feuilletons“ habe Jürgs beispielsweise entscheidend dazu beigetragen, den Grundgesetzkommentator Theodor Maunz als „Schreibtischtäter“ mit nazistischer Vergangenheit zu entlarven. „Jürgs‘ Stolz war unverkäuflich“, lobte Naumann den Freund mit Blick auf die furiose Episode als Chefredakteur beim „Stern“, die mit dem Rausschmiss des Journalisten endete. Fortan habe er Bücher geschrieben – unter anderem über Axel Springer und Romy Schneider – und Filme gedreht. Die Auszeichnung für das Lebenswerk komme „ein wenig zu spät, finde ich, aber gerade noch in womöglich letzter Minute“.

An der Ausschreibung hatten sich 438 Journalistinnen und Journalisten beteiligt. Die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Nominierten und ihre Beiträge werden auf der Website www.theodor-wolff-preis.de näher vorgestellt.

Der Jury gehören an: Nikolaus Blome (Jury-Vorsitz, Stellvertretender Chefredakteur Bild und bild.de), Wolfgang Büscher (Ressortleiter Investigation/ Reportagen, Welt/ Welt am Sonntag), Stefanie Gollasch (Chefredakteurin von Wolfsburger Allgemeiner Zeitung, Peiner Allgemeiner Zeitung und Aller Zeitung), Christian Lindner (stellvertretender Chefredakteur Bild am Sonntag), Lorenz Maroldt (Chefredakteur Der Tagesspiegel), Benjamin Piel (Chefredakteur Mindener Tageblatt), Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin Süddeutsche Zeitung), Anja Reich (Israel-Korrespondentin Berliner Zeitung) und Cordula von Wysocki (Chefredakteurin Kölnische Rundschau). Vorsitzender des Kuratoriums ist Helmut Heinen, Herausgeber der Kölnischen Rundschau.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgeschrieben und erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.


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